07.05.2015

Treffen mit Praktikantin aus dem Vogtland

150507 Interview VogtlaendischePraktikantinHannah

In ihrem Berliner Büro empfing Yvonne Magwas jetzt eine junge Vogtländerin, die derzeit ein Praktikum in der Verwaltung des Deutschen Bundestages absolviert. Als Schülerpraktikantin im Referat ZT4, im Teilbereich Etagendienst unterstützt Hannah Wolf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter u.a. darin, die Post, Drucksachen und Ausschussunterlagen in den einzelnen Etagenservicezentren des Parlaments zu verteilen. Die Arbeit dieser Abteilung ist ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation im Bundestag und unterstützt die Abgeordneten bei ihrer Mandatsträgerschaft. Yvonne Magwas zeigte der 15-jährigen Plauenerin ihr Büro und unterhielt sich im Rahmen eines Interviews mit ihr über ihre politischen Anfänge, die Arbeit im Bundestag sowie aktuelle Herausforderungen im Vogtland und ganz Deutschland. Auch für Magwas war es spannend, mehr über den für ihre Arbeit so wichtigen Etagendienst zu erfahren und bot der jungen Vogtländerin zum Abschluss ein Praktikum in ihrem Berliner Büro an.

Interview von Hannah Wolf mit Yvonne Magwas MdB

Hannah Wolf: Wann und wodurch wurde Ihr Interesse an der Politik geweckt? Gab es hierfür ein „Schlüsselerlebnis“? Warum ist gerade die CDU Ihre politische Heimat geworden?

Yvonne Magwas: "In der Schulzeit war ich Schul-und Klassensprecherin. Das waren so die ersten Anfänge sich zu engagieren. Denn als Schulsprecherin war ich in der Position, die Schüler gegenüber der Lehrerschaft zu vertreten, die Interessen zu vermitteln und eine Gleichberechtigung zu schaffen. Nach dem Abitur, welches ich 1998 am Goethe-Gymnasium erfolgreich beendet habe, bin ich zur Politik gekommen. Die Zeit bis zum Beginn des Studiums habe ich ein Praktikum beim damaligen Bundestagsabgeordneten Rudolf Braun absolviert. Ich habe dann auch den Wahlkampf mit begleitet, was eine sehr spannende Zeit war. Relativ zeitnah nach dem Praktikum bin ich dann auch der „Jungen Union“ beigetreten und habe mich da engagiert und weiter gemacht. Warum gerade die CDU? Ich habe im Wahlkampf und in meinem Praktikum mehrere Parteien kennengelernt und viel Information bekommen. Die CDU lag mir von Anfang an am Nächsten."

Hannah Wolf: Das ist Ihre erste Legislaturperiode im Deutschen Bundestag und Sie waren vorher auch kein Mitglied des Landtages. Was ist das für ein Gefühl unter all den „alteingesessenen“ Politikern zu sitzen und mit ihnen zu arbeiten?

Yvonne Magwas: "Einen Vorteil hatte ich, da ich 10 Jahre lang die Büroleiterin des Abgeordneten Robert Hochbaum war und somit die ganzen logistischen Arbeitsabläufe kannte. Einige Mitglieder des Bundestags kannte ich durch meine vorherige Tätigkeit. Die Kollegen haben mich supertoll aufgenommen und mir auch geholfen."

Hannah Wolf: Haben Sie ein politisches oder menschliches Vorbild?

Yvonne Magwas: "Ein politisches Vorbild für mich ist die Bundeskanzlerin. Sie ist sachlich und hat dennoch Humor."

Hannah Wolf: Was sind die größten Probleme in Plauen, im Vogtland und in der Bundesrepublik Deutschland?

Yvonne Magwas: "Bei uns in der Heimat ist es die demografische Entwicklung. Das sind neue Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Deutschlandweit ist es die Einbindung, wie geht es mit der EU weiter, dass Thema Griechenland spielt eine Rolle, da gibt es sehr viel."

Hannah Wolf: Bei welcher politischen Entscheidung/Abstimmung mussten Sie bisher am Meisten mit sich kämpfen?

Yvonne Magwas: "Wir sind in der großen Koalition und haben einige Sachen auf den Weg gebracht, die im Koalitionsvertrag stehen, die aber immer mit einem Für und Wider verbunden waren. Zum einen ist das der Mindestlohn und zum anderen die Rente mit 63. Die Rente mit 63 ist ein Punkt bei dem ich mit Zähneknirschen da saß. Ich habe kein Problem damit, dass eine Person, die 45 Berufsjahre hat, in Rente geht. Warum soll man jemanden bis zum Umfallen arbeiten lassen. Aber was man nicht außer Acht lassen sollte, ist, dass die Menschen immer älter werden und die jungen Menschen immer weniger."

Hannah Wolf: Was gefällt ihnen an ihrer Arbeit im Deutschen Bundestag am meisten und was würden sie gerne ändern wollen?

Yvonne Magwas: "Was mir sehr gut gefällt ist, dass man für seine Sachen kämpfen kann und es freut mich umso mehr, wenn es dann auch klappt. Man ist Berichterstatter für einige Themen, bei den man auch wieder was dazu lernen kann. Was mir nicht so gut gefällt, dass man eine Flut an Terminen hat. Man müsste sich manchmal dreiteilen, um alles bewerkstelligen zu können."

Hannah Wolf: Gibt es etwas, was Sie mir und meiner Generation mit auf den Weg geben möchten?

Yvonne Magwas: "Ja, sehr gerne und zwar immer positiv denken, sich einmischen, auch mal Dinge hinterfragen, nicht entmutigen lassen, Bildung wahrnehmen und Selbstverantwortung tragen."

Hannah Wolf: Vielen Dank, dass Sie mir meine Fragen beantwortet haben.