Allgemein
17.06.2020

Magwas fordert in überregionaler Initiative eine zukunftsorientierte Bahnanbindung
Regionen droht Abstellgleis

News Dezember 2017WerbungAbtreibung
Tobias Koch

Die verantwortlichen Politiker von Hochfranken und dem Vogtland setzen sich gemeinsam bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ein, um die Fernverkehrslinie zwischen Binz und Nürnberg im "Deutschland-Takt 2030" zu etablieren. Damit wollen sie eine moderne, ökologische und zukunftsweisende Bahnverbindung für ihre Regionen sichern.

 

Der "Deutschland-Takt 2030" ist eines der Zukunftsprojekte des Bundes. Im Zuge des Schienenfernverkehrsprojekts soll es ein verbessertes Fahrplanangebot mit kürzeren Fahrzeiten und höheren Komfort geben. Derzeit abgehängte Regionen würden dabei besser berücksichtigt und an Metropolen angebunden werden. Im ersten veröffentlichten Gutachterentwurf waren für Hof und Plauen ein 1-Stundentakt nach Nürnberg und Dresden sowie ein 2-Stundentakt nach Berlin und München vorgesehen. Ein Gewinn für Wirtschaft und den klassischen Bahntourismus. Doch nun droht den Regionen Hochfranken und Vogtland sprichwörtlich das Abstellgleis. Nach den neuesten vorliegenden Informationen soll die Fernverkehrslinie 2 - von Nürnberg nach Binz über Marktredwitz, Hof, Plauen, Reichenbach, Altenburg Leipzig, Dessau, Berlin - in Leipzig unterbrochen werden.

 

„Das hätte fatale Folgen, besonders für unsere Heimat. Es wäre ein Wettbewerbs- und Attraktivitätsnachteil, wenn unsere Kreise und Städte vom Fernverkehr abgeschnitten bleiben. Wir haben uns im Bund eindeutig für gleichwertige Lebensverhältnisse von Stadt und Land ausgesprochen, das darf kein Lippenbekenntnis bleiben! Dazu gehört mit einer Fernverkehrslinie ein modernes, ökologisches und zukunftweisendes Angebot Richtung Norden und Süden zu schaffen. Diese sollte nicht einer Nutzen-Kostenanalyse zum Opfer fallen. Wir haben deshalb in einem Brief gegenüber Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer unsere Erwartungshaltung deutlich formuliert. Die Fernverkehrslinie 2 von Nürnberg nach Binz darf nicht aus dem Deutschlandtakt gestrichen werden. Auch der Koalitionsvertrag ist eindeutig. Darin wurde festgelegt, das Fernverkehrsangebot auch in den Regionen zu stärken, damit mehr Menschen von Direktverbindungen profitieren", so Yvonne Magwas.

 

Zu der überregionalen Initiative gehören neben der vogtländischen Bundestagsabgeordneten folgende Politiker: Eva Döhla, Oberbürgermeisterin der Stadt Hof; Dr. Oliver Bär, Landrat des Landkreises Hof; Dr. Hans-Peter Friedrich, Mitglied des Deutschen Bundestages; Rolf Keil, Landrat des Landkreises Vogtlandkreis; Ralf Oberdorfer, Oberbürgermeister der Stadt Plauen; Raphael Kürzinger, Oberbürgermeister der Stadt Reichenbach. 

 

Hintergrund Deutschland-Takt 2030:

Das Bundesverkehrsministerium (BMVi) ist federführend für die Erarbeitung des Deutschlandtaktes zuständig. Das Ministerium hat daher 2016 ein Konsortium unter Führung von Fahrplanexperten mit der Erstellung eines netzweiten Fahrplankonzeptes beauftragt. Darin sind das gesamte Fern- und Regionalverkehrsnetz des Personenverkehrs sowie Systemtrassen für den Güterverkehr enthalten. Mit dem Deutschlandtakt möchte Bundesverkehrsminister Scheuer "bis 2030 die Zahl der Fahrgäste verdoppeln". Der endgültige Fahrplanentwurf soll in diesem Sommer von der Bahn und dem Verkehrsministerium vorgestellt werden.