Vogtland
04.10.2016

Yvonne Magwas spricht zu neuen Studenten der BA Plauen

Theater beschnitten

Anlässlich der Feierlichen Immatrikulationsfeier der Berufsakademie Plauen am 4. Oktober 2016 hielt die Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas die Festrede, in der sie die Studieneinrichtung als Leuchtturm der Bildungslandschaft Sachsen hervorhob und den neuen Studierenden Respekt zollte sowie Mut für die anstehenden Herausforderungen zusprach.  

Sehr geehrter Herr Professor Neumann, sehr geehrte Studierende, sehr geehrte Damen und Herren, als ich dazu eingeladen worden bin, heute hier aus Anlass der Immatrikulationsfeierlichkeit zu reden, habe ich mich wirklich sehr gefreut. Warum? Das hat nicht nur etwas mit der Hochachtung zu tun, die ich für Sie und Ihr Engagement, sehr geehrter Herr Professor Neumann, empfinde. Ich freue mich heute hier zu sein, weil ich immer wieder beeindruckt bin über das, was in der Berufsakademie Plauen geleistet wird. Es ließe sich auch so formulieren: Zu Beginn war diese Berufsakademie eine Art “Modellversuch”. Heute ist diese Einrichtung in der Bildungslandschaft des Freistaates Sachsen einer der wichtigen Leuchttürme. Sehr geehrte Damen und Herren, lassen Sie mich ein wenig zurückblicken: Am 24. November 1999 fand die erste Immatrikulation in den Studiengängen “Management im Gesundheitswesen” sowie “Handel” statt. Zwei Jahre später folgte der Studiengang “Technisches Management”. Seitdem ist die Staatliche Studienakademie Plauen konsequent einen Weg des Erfolges gegangen.

Im Dezember 2006 hat der Freistaat Sachsen die Staatliche Studienakademie Plauen zum siebten Standort der Berufsakademie erklärt Vier Jahre später folgte die offizielle Akkreditierung der beiden wirtschaftlichen Studiengänge “Gesundheits- und Sozialmanagement” sowie “Handel und Internationales Marketing”. Im Jahr 2015 konnten dann die Studiengänge "Technisches "Management" und "Lebensmittelsicherheit" erfolgreich akkreditiert werden. Seit der Jahrtausendwende ist die Zahl der Studierenden stetig angestiegen. Diese Erfolgsmeldungen haben sehr viel mit dem Leitbild der Berufsakademie Sachsen zu tun. Die Studierenden werden unterrichtet von renommierten Dozenten, die aus der Praxis kommen. Zudem kann die BA Plauen auf über 500 Kooperations- bzw. Praxispartner in der Wirtschaft bauen. Diese stolze Anzahl an Unterstützern ist insbesondere Ihr Verdienst, lieber Lutz Neumann, denn Sie sind ja bekanntlich unermüdlich bei Ihren Bemühungen, mit relevanten Vereinen und Verbänden in Wirtschaft und Gesellschaft zu sprechen und dabei für die BA zu werben. Dass das Studium hier in einem Klima der Weltoffenheit vollzogen wird, das im Leitbild der Berufsakademie Sachsen besonders herausgestellt wird, wird Sie, die hier studieren werden, über die Aneignung von reinem Wissen hinaus zusätzlich reifen lassen. Sehr geehrte Studierende, es erwartet Sie hier ein wissenschaftlich fundiertes und praxisorientiertes Studium, das - wenn Sie es denn wollen - auch alle Voraussetzungen für den Zugang zu weiterführenden Masterstudiengängen bietet.

Das vor Ihnen liegende Studium zeichnet sich im Wesentlichen aus durch strikte Orientierung an den Anforderungen der Praxis. Dafür sorgt insbesondere das “duale” Studium: Die Vermittlung theoretischer Kenntnisse wird verknüpft durch die praktische Anwendung in Einrichtungen und Betrieben, die mit dieser Akademie seit vielen Jahren zusammenarbeiten. Locker formuliert könnte man es auch so zusammenfassen: Hier werden junge Frauen und Männer zu Führungskräften ausgebildet, die der Markt wirklich braucht. Dass hierbei nicht nur reines Fachwissen vermittelt wird, sondern darüber hinaus Soft-Skills wie etwa “Emotionale Kompetenz”, ist übrigens einer der Gründe dafür, warum ich ein Fan dieser Bildungseinrichtung bin. Sehr geehrte Damen und Herren, insofern ist es in meinen Augen von herausragender Bedeutung, dass die Berufsakademie mittelfristig einen Ortswechsel vollziehen wird. Der Stillstand hat in der BA Plauen eben keine Chance, und so werden wir alle in diesen Wochen und Monaten Zeugen eines Umbruchs. Mit dem neuen Campus der Berufsakademie auf den Ruinen des ehemaligen Schlosses entsteht ein neues Viertel in dieser schönen Stadt: 19 Millionen Euro investiert der Freistaat Sachsen in den Umbau des Schlossberges zum Campus der Berufsakademie. Das ist eine wegweisende Investition, die den Standort in Plauen sichert. Sie studieren also an einer Bildungseinrichtung mit Zukunft.

Liebe Studierende, Sie alle stehen am Anfang eines Studiums, das sich in der Praxis bewährt hat. Das dreijährige duale Studium gibt Ihnen die Gewissheit, dass Sie Ihre Ausbildung praxisorientiert absolvieren werden. Das Prinzip des “Learning by doing!” sorgt dafür, dass Sie von Anbeginn an nicht ersticken am Staub, den die Vermittlung von trockenem Wissen aufwirbelt, sondern dass Sie im Gegenteil aktiver Bestandteil werden an realen Prozessen. An dieser Bildungseinrichtung geht es nicht nur um Wissensvermittlung, was ja ab und an durchaus langweilig sein kann, sondern darum, wie denn dieses Wissen in der Praxis umgesetzt werden kann. Dieser Ansatz ist vorbildlich. Deshalb wundert es mich auch nicht, dass der allergrößte Teil der Damen und Herren, die hier studieren, nach ihrem Abschluss sehr gute Berufschancen haben. Insofern bin ich auch zuversichtlich, dass die angestrebte Zahl von 400 Studentinnen und Studenten alsbald gepackt werden! Und wenn da Maßnahmen wie die helfen, dass die Berufsakademie Plauen umbenannt werden sollte in "Duale Hochschule", dann bin ich ganz an ihrer Seite, lieber Herr Prof. Neumann. Meine Zuversicht nährt sich aber auch daraus, dass die Berufsakademie bei der Gestaltung ihres Bildungsangebots die aktuellen Zeichen der Zeit erkennt. Um nur ein Beispiel zu nennen: Gerade die Menschen im ländlichen Raum leiden unter dem Ärztemangel. Insofern ist es zu begrüßen, dass hier seit etwa einem Jahr mit aktiver Unterstützung der Landesärztekammer Arztassistenten ausgebildet werden, ein Angebot, das im Bundesgebiet fast einzigartig ist. Arztassistenten lernen hier im Zuge einer erweiterten medizinischen Grundausbildung, leichtere medizinische Aufgaben zu übernehmen und damit Mediziner zu entlasten.

Die BA in Plauen hat damit ein Alleinstellungsmerkmal auf welches Dozenten und Studierende stolz sein können Liebe Studierende, Was mich berührt: Die von Ihnen, die hier geboren und aufgewachsen sind, gehen nicht weg aus dem Vogtland. Und die, die von anderswo hierhergekommen sind, setzen ein Signal für das Vogtland. Beides sind wichtige Bekenntnisse für die Region. Für alle soll das Vogtland Heimat sein. Heimat ist da, wo man gebraucht wird. Und glauben Sie mir: Sie werden gebraucht, und viele Unternehmen schätzen die BA Plauen und ihre Absolventen. Seien Sie deshalb auch von mir sehr herzlich im Vogtland willkommen. Sie studieren in einer Region, die einiges zu bieten hat. Die Vogtländer unter Ihnen, wissen wovon ich rede. Das Vogtland ist liebens- und lebenswert. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt: viel Grün, viel Stadt, viel Land. Im Vogtland steht die größte Ziegelsteinbrücke der Welt - die Göltzschtalbrücke. Im Vogtland steht Europas modernste Skisprungschanze, die Sparkasse Vogtland-Arena. Im Vogtland werden alle Orchesterinstrumente hergestellt. Musikgrößen von U2 und Metallica spielen Bässe aus dem Vogtland. Im Vogtland finden Sie Hochtechnologie-Firmen, Global Player im IT-Bereich genauso wie Traditionsunternehmen der Plauener Spitze und des Maschinen- und Anlagenbaus. Ich könnte mindestens noch zwei Handvoll mehr an Interessantem im Vogtland aufzählen. Seien Sie also bitte neugierig auf diese Region hier - nutzen Sie die freien Stunden, um ihren Studienort und die Region kennenzulernen.

Das Vogtland ist ein sehr attraktiver Ort für Menschen, die es zu etwas bringen wollen. Und dass dies auch junge Frauen und Männer aus anderen Bundesländern, die hier studieren, erkannt haben, freut mich natürlich umso mehr. Mein Wunsch wäre es, wenn Sie die Kenntnisse, die Sie hier erwerben werden, den regionalen Unternehmen zur Verfügung stellen würden. Die Zukunft junger Menschen entscheidet sich nicht nur in Berlin, Frankfurt, Hamburg oder München. Sie entscheidet sich auch in Plauen, Zwickau, Erfurt und Dresden. Liebe Studierende, Auf der Homepage der Staatlichen Studienakademie Plauen können Sie einen Ausspruch des englischen Philosophen und Soziologen Herbert Spencer finden. Spencer hatte gesagt: Das große Ziel der Bildung ist nicht Wissen, sondern Handeln. Heute nun sind Sie hier, und damit haben Sie schon gehandelt! Sie gehen am heutigen Tag einen ersten und sehr wichtigen Schritt auf Ihrem Weg zur beruflichen Karriere, und ein Ziel auf diesem Weg ist es, etwas ganz Spezielles aus Ihrem Leben zu machen. Ich erinnere mich immer wieder an das, was ich mir so vorgenommen habe. Ich erinnere mich dann an Erfolge. Aber ich erinnere mich auch an Misserfolge. Eines ist sicher: Egal, was passiert, es wird Sie weiterbringen. Dabei ist mir wichtig, dass der Erwerb von Bildung nicht einfach nur eine Tätigkeit ist. Der Erwerb von Bildung ist wesentlich bei der Gestaltung der Zukunft und der Ausformung der eigentlichen Persönlichkeit. Liebe Studierende, Lassen Sie mich bitte noch ein paar Dinge sagen, die mir persönlich wichtig sind: Sie alle werden eine unterschiedliche Kombination aus Gefühlen, Erfahrungen, Erwartungen, Erkenntnissen und Ansprüchen an die Zukunft haben. Dies, weil Sie alle unterschiedliche Wertvorstellungen haben, aus denen ja immer auch Wertekonflikte resultieren. Werte - was für ein großes Wort. Oft im Munde geführt, und dies nicht selten ohne Sinn und Verstand. Es geht hier nicht nur um Verhaltensmuster wie Fleiß oder Zuverlässigkeit. Es geht auch um Ideale, die man schon hat oder die man anstrebt: Anerkennung. Zuneigung. Freiheit. Mitmenschlichkeit und die Liebe zu etwas. Diese Ideale, davon bin ich überzeugt, erreichen wir alle nur, wenn wir Respekt, Wertschätzung für den Anderen, Selbsterkenntnis, Zivilcourage und Gelassenheit in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen. Liebe Studierende, Hinter Ihnen und mir liegen Prüf- und Stolpersteine, und auch in Zukunft werden diese für jeden nicht unvermeidbar sein. Ich wünsche jedem von Ihnen, dass Sie diese möglichst klug umschiffen. Dies selbstbestimmt, denn ich bin überzeugt davon, dass nur durch eine positive Selbstbestimmung der Mensch erkennt, was ihn wirklich ausmacht. Sie werden sich so wie ich nach Sicherheit, nach Sinn und Erfüllung sehnen. Diese Immatrikulationsfeier ist für jeden einzelnen von Ihnen auch ein Sinnbild dafür, dass Sie Ihrem Leben eine bestimmte Richtung geben wollen. Erkennen und pflegen Sie Ihre Qualitäten. Dann wird sich in Ihnen immer und immer wieder eine Aufbruchsstimmung entfalten, die Ihnen hoffentlich ein zusätzliches Selbstwertgefühl verleihen wird. Nun sind Sie hier. Das ist ein Aufbruch. Und für diesen Aufbruch zolle ich Ihnen meinen Respekt, denn Sie, sehr geehrte Damen und Herren, und das soll heute meine Hauptbotschaft sein: Sie sind die Zukunft. Vielen Dank.